Justus Lück

Instrumentenbau

Monochord

Das Monochord ist ein musikinstrumentenähnliches Werkzeug, das aus einem länglichen Resonanzkasten besteht, über den der Länge nach eine Saite gespannt ist. Diese kann mit Hilfe eines Stegs, der beweglich unter ihr angebracht ist, geteilt werden. Das Teilungsverhältnis kann auf einer Skala auf der Decke des Resonanzkastens abgelesen werden. Einfache Teilungsverhältnisse ergeben Konsonanzen, komplizierte Dissonanzen.

Mit dem Begriff Monochord werden auch Instrumente mit mehreren Saiten bezeichnet, deren Saiten parallel über einen rechteckigen Resonanzkörper gespannt und auf den gleichen Ton gestimmt sind. Der Erfinder dieses Instruments war kein anderer als der griechische Mathematiker Pythagoras. Zur Entstehungsgeschichte des Monochords >>

Pythagoras in der Schmiede

Die Legende von „Pythagoras in der Schmiede“ erzählt wie er ein Hilfsmittel gesucht hat, mit dem er akustische Wahrnehmungen messen konnte, so wie geometrische Größen mit dem Zirkel oder Gewichte mit der Waage. Als er an einer Schmiede vorbeikam, wo vier Handwerker mit Hämmern bei der Arbeit waren, bemerkte er, dass die einzelnen Schläge Töne unterschiedlicher Tonhöhe hervorriefen, die paarweise Harmonien ergaben. Darauf lief er freudig in die Schmiede, um Versuche anzustellen. Dabei fand er heraus, dass die Tonhöhen von den Gewichten der Hämmer abhängt und nicht von deren Form. Er wog die Hämmer und kehrte nach Hause zurück, um dort ein Experiment zu machen. Er baute sich dazu ein Messinstrument: Das Monochord. Dazu legte er Saiten über zwei Mäuerchen oder besser Sättel. Auf der einen Seite befestigte er die Saiten an dem Tisch. Am anderen Ende hängte er Gewichte an.

Eine Saite beschwerte er mit 12 Gewichten die andere mit 6 Gewichten, also nur halb so schwer und stellte beim gemeinsamen anschlagen der Saiten fest, dass die Schwingungen oder Harmonien gleich sind, die Tonhöhen aber um eine Oktave sich unterscheiden. Also fasste er zusammen, dass eine Oktave dem Gewichtsverhältnis von 12 zu 6 oder einfacher 2 : 1 entsprach. Die gespannteste Saite ergab mit der zweitlockersten (acht Gewichtseinheiten) eine Quinte. So begann er durch Experimentieren die verschiedenen Tonabstände zu erforschen.

Dann dehnte Pythagoras den Versuch auf verschiedene Instrumente aus, experimentierte mit Gefäßen, Flöten, Triangeln, dem Monochord usw.; dabei fand er immer die gleichen Zahlenverhältnisse. Schließlich führte er die seither geläufigen Benennungen für die relativen Tonhöhen ein: c,d,e,f,g,a,h,c

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