Justus Lück

Instrumentenbau

 

Cajon

 

Die herkömmliche Cajón stammt aus Lateinamerika und bedeutet übersetzt „Kiste“. Eine Kiste, die leicht zu tragen ist und möglichst laut Schall erzeugt ist auch eine statisch, konstruktive Herausforderung, denn auf dieser Kiste muss der Musiker zudem auch sitzen können.

Ursprünglich waren Cajónes Transportkisten und umgedrehte Schubladen, die Sklaven afrikanischer Herkunft im kolonialen Peru ersatzweise verwendeten, nachdem ihnen ihre traditionellen Trommeln weggenommen worden waren.

Trommeln förderte damals die Gemeinschaft und stärkte das Zusammenleben der Menschen, was sich zu aufständischer Solidarität hätte steigern können – aus diesem Grund wurde das Trommeln von den Weißen verboten. Die Sprache der auch weithin hörbaren Nachrichtentrommeln wurde so unterdrückt. So griffen die Sklaven kurzerhand zu Kisten, Truhen, und umgedrehten Schubladen, um weiterhin ihre traditionellen Rhythmen zu spielen, da ihnen dies ja schließlich nicht verboten werden konnte.

Mit den Jahren entwickelte sich aus den Kisten die richtige Cajón mit ihrem charakteristischen warmen und leisen Klang. Es dauerte nicht lange, bis das Instrument ihren Weg über den spanischen Flamenco nach Europa und Afrika fand.

Der Flamenco passte sehr gut zu der Cajon – mit seinen kurzen Staccato-Klängen ergänzte das Instrument diese Musikrichtung perfekt. Das war dann der Anfang für einen beispiellosen Siegeszug: Schlagzeuger in aller Welt haben durch die weiteren Modifizierungen (z.B. Snareteppich, Gitarrensaiten) die Cajón für sich entdeckt und spielen sie in den unterschiedlichsten Musikstile. Denn das ist ja gerade das Einzigartige an der Cajón: Sie ahmt perfekt den Sound eines Schlagzeugs nach, und deshalb ist sie nahezu für alles zu gebrauchen: ob für ruhige Studioaufnahmen, leise Proben im Wohnzimmer, Straßenmusik, oder beim Gitarrenspielen im Wohnzimmer – die Cajón ist einfach als kleines Schlagzeug überall einsetzbar.

In den letzten Jahren habe ich mehrfach verschiedene Bauweisen auf das Cajon angewendet. Im Unterricht bauen wir das Cajon aus Birkensperrholzplatten und Flugzeugsperrholz. Ziel ist eine „Kiste mit richtigem differenziertem Sound“. Dafür brauchen wir eine besonders dünne Schlagplatte sowie die richtige Snaremontage. Da die Cajon auch ohne Snare gut klingt experimentiere ich mit Pedalvariationen die mir erlauben einfach diesen Snare Effekt Ein und Auszuschalten. Der Akustische Bereich ist ein ausbaufähiger Bereich der mich weiter Beschäftigen wird. Mit kleinen Furnierarbeiten lässt sich die Schlagplatte sehr schön gestalten. Auch das Schalloch wird zum persönlichen Gestaltungselement. Die Schüler erhalten nach der Fertigstellung eine Einführung in die grundlegenden Schlagtechniken.

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Wenn Sie Interesse an einem Workshop haben, in dem Sie Ihre eigenes Instrument bauen können oder ein individuelles, nach Ihren Vorstellungen gebautes bestellen möchten, rufen Sie mich an: +43 (0)6991 902 35 48 oder senden mir ein Mail an office@pauljustuslueck.com